Anfang der 1980er-Jahre, mit der breiten Anwendung der Barcode-Technologie im Einzelhandel und anderen Branchen, erhofften sich immer mehr Unternehmen, mithilfe von Barcodes Lösungen für die Probleme der Artikelverwaltung und der automatischen Datenerfassung zu finden. Gleichzeitig stellten diverse Anwendungsszenarien höhere Anforderungen an die Barcode-Technologie. In industriellen Anwendungsszenarien wünschte man sich, dass Barcodes mehr Daten speichern, neben ASCII-Zeichen auch andere Zeichen und japanische Texte erkennen sowie Verschlüsselung und weitere Funktionen unterstützen könnten. So entstanden zweidimensionale Codes mit höherer Informationskapazität und der Fähigkeit, mehr Informationen zu identifizieren.
Der früheste zweidimensionale Code ist der 1983 entwickelte Code-49-Barcode, der zu den mehrschichtigen zweidimensionalen Codes zählt. Der mehrschichtige zweidimensionale Code löst den traditionellen eindimensionalen Barcode ab und kann als eine Anordnung mehrerer übereinander gestapelter eindimensionaler Barcodes betrachtet werden (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1
Mit der Entwicklung der digitalen Bildgebungstechnologie und der damit einhergehenden Reife der Technologien zur Erfassung und Verarbeitung digitaler Bildinformationen erlebte die technische Entwicklung zweidimensionaler Codes rasante Fortschritte. So entstand ein neuer Typ zweidimensionaler Codes: der Matrix-Code. Dieser überwand die Beschränkung auf die Kombination von Strichen und Zwischenräumen und ersetzte die grundlegende Informationscodierungseinheit durch quadratische Module gleicher Größe. Dadurch wurde die Informationskapazität der Barcode-Technologie erheblich gesteigert. Mitte bis Ende der 1980er-Jahre kamen der Veri-Code (siehe Abbildung 2) und der Data-Matrix-Code (ECC000-140) auf den Markt. Der Data-Matrix-Code gilt als der erste ausgereifte Matrix-Code und legte den Grundstein für die rasante Verbreitung zweidimensionaler Codes zwanzig Jahre später.
Abbildung 2
Derzeit ist der zweidimensionale Code weit verbreitet: Der PDF417-Barcode in den USA wurde von der amerikanischen Firma Symbol entwickelt und von dem chinesisch-amerikanischen Erfinder Wang Yinjun erfunden. Dieser Barcode zeichnet sich durch eine sehr hohe Dichte und eine deutlich verbesserte Zuverlässigkeit im Vergleich zum eindimensionalen Barcode aus. Er kann sogar mit einem herkömmlichen Laserscanner (Einbahn-Scan) erkannt werden. Matrix-Codes hingegen benötigen zur Identifizierung einen Bildsensor. Data Matrix (auch bekannt als DM-Code) ist ein Matrixcode, der 1989 von der amerikanischen Firma International Data entwickelt wurde. Obwohl DM-Codes klein sind, verfügen sie über eine große Datenkapazität. Hersteller können sie zur Darstellung von Rückverfolgbarkeitsdaten verwenden, ohne das Erscheinungsbild der Produktverpackung zu beeinträchtigen. Der mobile Zahlungs-QR-Code (Quick Response Code) stammt aus Japan und wurde 1994 von DENSO WAVE entwickelt. Sein Vorteil liegt darin, dass japanische und chinesische Schriftzeichen in der Kodierung enthalten sind, was die Speicherung von Informationen vereinfacht. Er wurde zunächst in Automobilwerken zur Nachverfolgung der Teilemontage und später für die Bestandsverwaltung eingesetzt. Auch China besitzt einen eigenen QR-Code, Hanxincode. Unter der Leitung des China Article Coding Center und unter der technischen Leitung von Wang Yi, dem stellvertretenden Direktor der Technischen Forschungsabteilung, der auch als Projektleiter fungierte, ist Hanxincode derzeit der einzige zweidimensionale Code in China mit vollständig unabhängigen Schutzrechten.
Veröffentlichungsdatum: 09.02.2025